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EISBADEN

Die Kraft des Eisbadens: Warum es mehr ist als nur ein Trend.

In den letzten Jahren hat das Eisbaden weltweit an Popularität gewonnen. Was einst als extreme Aktivität galt, wird jetzt von vielen als wirksames Mittel für körperliche und mentale Gesundheit betrachtet. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Trend, der nicht nur den Körper, sondern auch den Geist stärken soll?

Das Eisbaden, einst eine Tradition in nordischen Ländern, wird nun von Menschen weltweit praktiziert. Es geht über den blossen Nervenkitzel hinaus und wird als effektive Methode zur Förderung von Wohlbefinden und Gesundheit betrachtet. Doch wie genau wirkt sich das Eisbaden auf den Körper aus?

Die positiven Auswirkungen des Eisbadens:

  • Stärkung des Immunsystems: Das Eintauchen in kaltes Wasser regt die Produktion von weissen Blutkörperchen an, was die Immunfunktion stärken kann.
  • Entzündungshemmende Wirkung: Eisbaden kann Entzündungen im Körper reduzieren und die Genesung nach intensiver körperlicher Aktivität fördern.
  • Verbesserte Durchblutung: Der Wechsel zwischen kaltem Wasser und Körpertemperatur fördert die Durchblutung und kann dabei helfen, die Hautgesundheit zu verbessern.
  • Stressabbau und verbesserte mentale Gesundheit: Das Eisbaden kann die Freisetzung von Endorphinen stimulieren, was zu einer Verbesserung der Stimmung und zur Reduzierung von Stress führen kann.

Wie oft sollte man Eisbaden gehen?

Die Häufigkeit des Eisbadens variiert von Person zu Person. Anfänger sollten langsam beginnen und sich langsam steigern. Ein bis zwei Eisbäder pro Woche könnten ein guter Ausgangspunkt sein. Es ist wichtig, auf den eigenen Körper zu hören und sich nicht zu überfordern. WIr sprechen hier von einer aushaltbaren Zeitdauer. Das ist natürlich individuell unterschiedlich. Man darf sich herausfordern, sollte aber stets auf den Körper hören.

Vorsichtsmassnahmen beim Eisbaden:

  • Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder hohem Blutdruck sollten vor dem Eisbaden unbedingt einen Arzt konsultieren, denn die extreme Kälte lässt den Blutdruck für kurze Zeit in die Höhe schiessen.
  • Schwangere Frauen und Menschen mit bestimmten Erkrankungen sollten ebenfalls Vorsicht walten lassen.
  • Der Einstieg ins Eisbaden erfordert Geduld und das Erlernen der richtigen Atem- und Aufwärmtechniken, um Verletzungen zu vermeiden.

Die Atemtechnik von Wim Hof:

Die von Wim Hof entwickelte Atemtechnik, die tiefes Atmen und kurzes Halten des Atems beinhaltet, kann vor dem Eisbaden angewendet werden, um den Körper auf die Herausforderung vorzubereiten. Diese Methode kann helfen, die Kälteempfindung zu reduzieren und den Geist zu beruhigen. Wichtig dabei ist es, dass du wenn möglich immer eine zweite Person dabei hast, die dir bei Unwohlsein helfen kann. Führe die Atemtechniken niemals im Wasser oder stehend aus, da durch den Sauerstoffüberschuss ein Schwindelgefühl entstehen kann.

Hier sind die Schritte der Atemtechnik nach Wim Hof  im Detail erklärt:

  1. Vorbereitung:

Setze dich in eine bequeme Position, entweder aufrecht oder liegend. Stelle sicher, dass du dich an einem Ort befindest, an dem du ungestört bist und tief atmen kannst.

  1. Atmung:

Beginne mit einer Serie tiefer Atemzüge. Atme tief durch die Nase ein und aus, wobei du dich auf deine Bauchatmung konzentrierst. Lasse deine Atmung gleichmässig und kräftig sein.

  1. Tiefe Atemzüge:

Atme etwa 30-40 Mal tief ein und aus. Achte darauf, dass deine Atmung intensiv, aber dennoch kontrolliert ist. Fühle, wie sich dein Körper mit Sauerstoff füllt. Atme durch die Nase ein und aus, ausser du möchtest die Intensität steigern, dann atme durch die Nase ein, aber durch den Mund aus.

  1. Halten des Atems:

Nach der letzten Ausatmung halte den Atem an. Du wirst spüren, dass du länger ohne Luft auskommen kannst, als du es normalerweise gewohnt bist. Halte den Atem so lange wie möglich an, ohne jedoch zu forcieren oder dich unwohl zu fühlen.

  1. Einatmen:

Atme dann tief ein und halte diesen Atemzug für 10-15 Sekunden.

  1. Wiederholung:

Wiederhole diesen Zyklus der intensiven Atmung, gefolgt von Atemanhalten für etwa 2-3 Runden. Intensiviere die 30-40 Atemzüge, wenn du dich danach fühlst.

Nachdem du entspannt bist und wieder zu deiner normalen Atmung zurückgefunden hast, kannst du die Challenge Eisbad tiefenentspannt entgegennehmen. Gehe aber nie sofort nach der Durchführung der Atemtechnik ins Eisbad.

Hinweise zur Atemtechnik:

  • Während der intensiven Atemzüge konzentriere dich darauf, den Sauerstoff durch deinen ganzen Körper fließen zu lassen.
  • Das Atemanhalten nach dem Ausatmen ermöglicht es, den Körper auf den Zustand der Sauerstoffarmut vorzubereiten, wie er beim Eisbaden auftreten kann.
  • Wenn es sich unangenehm oder schwindelig anfühlt, kehre zur normalen Atmung zurück und setze die Atemtechnik später fort oder reduziere die Intensität der Atemzüge.
  • Die Wim-Hof-Atemtechnik erfordert oft Übung, um sie zu beherrschen. Beginne langsam und steigere die Intensität allmählich, während du dich daran gewöhnst.

Eisbaden ist mehr als ein Trend - es bietet eine Vielzahl von gesundheitlichen Vorteilen für Körper und Geist. Doch wie bei jeder neuen Aktivität ist es wichtig, behutsam zu beginnen und auf seinen Körper zu hören.

Verwendete Literatur:

 

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Driller M, Leabeater A. Fundamentals or Icing on Top of the Cake? A Narrative Review of Recovery Strategies and Devices for Athletes. Sports (Basel). 2023 Nov 3;11(11):213. doi: 10.3390/sports11110213. PMID: 37999430; PMCID: PMC10674277.

 

Srámek P, Simecková M, Janský L, Savlíková J, Vybíral S. Human physiological responses to immersion into water of different temperatures. Eur J Appl Physiol. 2000 Mar;81(5):436-42. doi: 10.1007/s004210050065. PMID: 10751106.

 

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